Vokalensemble Brakel
Chor- und Orgelkonzert zum 1. Advent
Das Vokalensemble Brakel wurde von dem studierten Kirchen- und Schulmusiker Matthias Koch (Orgel / Leitung) als ein Auswahlensemble erfahrener Chorsängerinnen und -sänger gegründet, die sich mit viel Freude anspruchsvoller Chor-Literatur widmen.
In einer regionalen Konzertreihe gestaltet das Vokalensemble am 1. Adventssonntag, 27.11. um 17 Uhr ein besonderes Konzert in der Brakeler Pfarrkirche St. Michael.
Neben dem Vokalensemble Brakel singen Svenia Koch, Sopran, und Volker Schrewe, Bass, begleitet von einem Kammerorchester. Die Leitung des Konzertes liegt in den Händen von Matthias Koch.
Der Totentanz ist eine Kunstform, die gleichermaßen in der Literatur, der bildenden Kunst und der Musik zu finden ist. Kerngedanke des Totentanzes ist, dass die verschiedenen Stände der spätmittelalterlichen Gesellschaft in einen Dialog mit dem Tod treten, der als allegorische Figur auftritt. Die Personen werden in gesellschaftlich absteigender Rolle vom Tod in den schauerlichen Reigen gerufen und müssen sich dort verantworten, beginnend mit dem Kaiser und dem Bischof, über den Edelmann und Arzt, bis hin zu dem Bauern und dem Kind.Erkennbar ist, dass die Großen und Mächtigen der Gesellschaft vom Tod viel strenger behandelt werden als die Kleinen und Armen. Die Dialoge werden von sog. Chorsprüchen eingerahmt, die jeweils auf den folgenden Dialog bezogen sind. Dabei ist es ein Anliegen der Chorsprüche, die Menschen zu einem guten Leben aufzurufen – gerade dadurch, dass ihnen der Tod so drastisch vor Augen gestellt wird. Die Sprechrollen werden von Schülern des Gymnasiums Brede übernommen, die im letzten Jahr mit großem Erfolg die Hauptrollen in dem Literaturstück "Dr. Jeykille and Mr. Hide" gespielt haben: Leonie Tönies, Erwin Sartison und Jan-Willem Aarents. Gerade der Wechsel zwischen den Dialogen und den Chorsprüchen verleihen dem Totentanz von Hugo Distler eine ganz besondere Wirkung, der sich kaum jemand entziehen kann.
Auch der Text der Kantate "Wachet auf, ruft uns die Stimme" greift mit dem Gleichnis von den klugen und törichten Jungfrauen die Endzeitthematik auf - gleichzeitig weist er aber auch schon ganz deutlich in die beginnende Adventszeit. Ein großartiger Einleitungssatz über die erste Choralstrophe leitet das Werk ein. Die noch etwas verhaltene, aber unüberhörbare Freude über die Ankunft des Herrn liegt über dem ganzen, sehr bewegten Satz. Besondere Erwähnung verdienen sicher die Duette zwischen Sopran und Bass, die als Liebesduette zwischen der Kirche als Braut Christ und dem kommenden Heiland ganz hinreißend gestaltet sind. Der berühmte Satz über die zweite Strophe des Liedes "Zion hört die Wächter singen", gesungen vom Tenor, ist gleichermaßen ein Höhepunkt des Werkes wie der abschließende ungemein festliche Chorsatz über die dritte Strophe "Gloria sei dir gesungen; mit Menschen- und mit Engelszungen".